Ohne SRG verliert der Sport seine Bühne
- Daniel Beyeler

- 19. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Jan.
Man kann über vieles diskutieren. Über Gebühren. Über Strukturen. Über Reformen. Aber wenn am 8. März 2026 über die sogenannte „SRG-Halbierungsinitiative“ abgestimmt wird, geht es um weit mehr als 135 Franken. Es geht darum, ob der Schweizer Sport künftig noch die Sichtbarkeit hat, die ihn stark macht. Ob Kinder ihre Idole im Fernsehen erleben können. Ob Sportarten ausserhalb des Rampenlichts weiterhin eine Bühne haben. Oder ob wir uns stillschweigend von einem zentralen Stück Schweizer Identität verabschieden.
Ich erinnere mich gut daran, wie ich früher nächtelang Olympische Spiele verfolgt habe. Und die Skiübertragungen waren und sind etwas, das Familien vor dem Fernseher vereint. Diese Momente prägen uns. Sie schaffen Zusammenhalt und holen den Sport in unseren Alltag. Ohne SRG gäbe es viele davon nicht mehr. Die Fussball-Meisterschaft würden ins Pay-TV abwandern, Skirennen wären nur noch auf ausländischen Sendern sichtbar und kleinere Sportarten verschwänden fast vollständig aus dem Programm. Damit verlieren Vereine, Verbände und Nachwuchs genau die Aufmerksamkeit, die sie brauchen.
Die SRG überträgt heute rund 9’000 Stunden Live-Sport pro Jahr. In allen Landessprachen. In allen Regionen. Rund 30 Sportarten sind regelmässig live auf dem Sender – mehr als die Hälfte davon solche, die sonst nirgends stattfinden würden. Diese Breite ist europaweit einzigartig. Sie stärkt den Breitensport genauso wie die Spitze. Und sie ermöglicht Kindern, ihre Idole frei zugänglich zu sehen.
Es geht bei dieser Abstimmung nicht um 135 Franken weniger. Wer ehrlich ist, weiss: Ein Netflix-Abo kostet in vier Monaten mehr, als man hier pro Jahr einspart. Entscheidend ist etwas anderes. Es geht darum, ob unser Land weiterhin gemeinsame Sportmomente erleben kann. Ob wir regionale und sprachliche Vielfalt zeigen oder sie verschwinden lassen. Und ob wir einen Service public erhalten, der den Sport nicht nur überträgt, sondern stärkt.
Darum ist für mich klar:
SRG halbiert, Sport verliert. Wer den Sport liebt, sagt am 8. März Nein.




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