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Olympia 2026: Nicht für Frauen!

Dieser Artikel erschien zuerst auf nau.ch

Die Olympischen Spiele verstehen sich als globales Symbol für Fairness, Fairness und Gleichberechtigung. Und trotzdem wird es 2026 bei den Olympischen Winterspielen eine Sportart geben, an der Frauen nicht teilnehmen dürfen: Die Nordische Kombination bleibt eine reine Männersportart.

Der Entscheid ist vor allem politisch. Die Begründungen sind schwammig. Zu wenige Nationen. Zu geringe Einschaltquoten. Zu junge Disziplin. Argumente, die bei genauerem Hinsehen kaum tragen. Denn Frauen betreiben diese Sportart längst auf hohem Niveau. Weltcups. Titelkämpfe. Internationale Konkurrenz. Leistungsdichte. Alles da. Und die fehlenden Nationen werden übrigens bei den Männern akzeptiert. Oder beim Skeleton. Oder bei den Bob-Wettbewerben.

Was fehlt, ist nicht Qualität. Was fehlt, ist der Zugang.


Dass es 2026 noch möglich ist, Frauen von einer olympischen Disziplin auszuschliessen, wirkt aus der Zeit gefallen. Besonders vor dem Hintergrund, dass sich das Internationale Olympische Komitee gerne als Vorreiter in Sachen Gleichstellung inszeniert. Worte und Realität klaffen hier deutlich auseinander.


Der Ausschluss hat reale Folgen. Junge Athletinnen, wie z.B. die beste Schweizerin Giulia Belz, investieren jahrelang alles in ihren Sport. Ausbildung. Alltag. Lebensplanung. Olympia ist dabei kein Marketing-Gag, sondern ein zentrales Lebensziel. Wird dieses Ziel strukturell verwehrt, verliert der Leistungssport an Glaubwürdigkeit.


Gleichzeitig stellt sich eine weitere, unbequeme Frage. Wenn das IOC argumentiert, das olympische Programm müsse schlanker und attraktiver werden, warum existieren innerhalb der nordischen Kombination mehrere, kaum unterscheidbare Wettkampfformate. Während andere, weltweit verbreitete Wintersportarten wie der Crosslauf oder Cyclo-Cross, mit breiter internationaler Beteiligung nicht olympisch sind?


Olympische Spiele sollte die besten Sportlerinnen und Sportler der Welt zeigen. Nicht eine Auswahl nach Tradition, Quote oder Bequemlichkeit. Der Ausschluss von Frauen widerspricht diesem Anspruch fundamental.


Die Diskussion um die nordische Kombination ist deshalb mehr als eine sportpolitische Randnotiz. Sie ist ein Gradmesser dafür, wie ernst es die olympische Bewegung mit Gleichberechtigung meint.

2026 finden in Italien Olympische Spiele statt. Gleichberechtigung bleibt dabei vorderhand nur ein Versprechen.

Er darf, sie nicht. Giulia Belz (recht) mit Finn Kempf (links) in einer Mixed-Staffel
Er darf, sie nicht. Giulia Belz (recht) mit Finn Kempf (links) in einer Mixed-Staffel


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