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Jeden Mittwoch, 12.00 Uhr, Waldrand – los!

Es gibt Menschen, die machen einfach. Ohne Auftrag. Ohne Mandat. Ohne Vereinsfarbe. Sie tauchen auf, Woche für Woche, Jahr für Jahr, und bewegen andere. Hämpu ist so einer. Eine kleine Geschichte über Freiwilligkeit, Bewegung und Dienst.

 

In Bern ist am Mittwoch Intervall-Tag. Punkt zwölf. Am Waldrand beim Eingang zum Bremgartenwald, neben dem Stadion Neufeld. Hämpu ist schon da. Immer. Auf dem Velo. Hinten ein Körbchen. Dort landen die Flaschen der Läuferinnen und Läufer, damit in den Pausen niemand suchen muss und der Durst gestillt werden kann.

 

Er erklärt kurz das Training. Ohne PowerPoint. Ohne Trara. Intervalle zwischen einer und vier Minuten. Klar. Verständlich. Machbar.

 

Und dann passiert etwas, das man heute fast vergisst. Die Gruppe sortiert sich selbst. Die Stärkeren laufen in den Pausen zurück. Die Gemächlicheren nach vorne. So starten alle die nächste Belastung wieder zusammen. Niemand bleibt zurück. Niemand muss sich rechtfertigen. Leistung ist da. Gemeinschaft auch. Hämpu dirigiert die Gruppe mit einer Trillerpfeife.

 

Wer da alles auftaucht, ist bemerkenswert. Olympiateilnehmerinnen. Triathleten. Ambitionierte Läuferinnen und Läufer. Und Volksläufer wie ich. Menschen mit einem Siebener-Pace neben solchen, die international unterwegs sind. Ein gemeinsames Einlaufen. Ein bisschen reden. Dann arbeiten. Konzentriert. Ernsthaft.

 

Hämpu macht das seit den 80ern. Freiwillig. Woche für Woche. Er organisiert nichts drumherum. Kein Verein. Kein Logo. Kein Beitrag. Man kommt. Man läuft. Man geht wieder. Und kommt nächsten Mittwoch wieder.

 

Es braucht nicht viel, um Menschen zu bewegen. Kein Budget. Kein Konzeptpapier. Kein Antrag. Es braucht jemanden, der auftaucht. Der verlässlich ist. Der weiss, was er tut. Und der Freude daran hat, Wissen und Zeit zu teilen.

 

Hämpu ist ein stilles Vorbild. Für den Sport. Für die Gesellschaft. Für all jene, die glauben, Engagement müsse immer gross, sichtbar und offiziell sein. Muss es nicht.

 

Man muss bereit sein, es einfach zu tun. Vielleicht ist es ein Training am Mittag. Vielleicht ein Treffpunkt im Quartier. Vielleicht etwas ganz anderes.

 

Jeden Mittwoch um zwölf zeigt uns Hämpu am Waldrand seit Jahrzehnten, wie wenig es braucht.


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