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Dürre darf keine Ausrede sein

Der Sportplatz Arniacher in Grosshöchstetten ist bis voraussichtlich Frühling 2027 gesperrt. In Jegenstorf sieht es ähnlich aus. Weitere Plätze im Kanton Bern sind ausgetrocknet oder kaum mehr bespielbar. Natürlich kann eine Sperre aus Sicherheitsgründen nötig sein. Aber die Dürre darf keine Ausrede für fehlende Sportinfrastruktur sein.


Denn das eigentliche Problem ist grösser: Vielerorts fehlen bereits heute Plätze. Besonders krass ist die Situation in der Stadt Bern. Der zusätzliche Bedarf ist seit Jahren bekannt. Unsere Rasensport-Initiative verlangt deshalb 12’000 zusätzliche Nutzungsstunden auf Natur- und Kunstrasenfeldern.


Und genau deshalb überzeugt mich der Gegenvorschlag des Gemeinderats überhaupt nicht. Er anerkennt zwar den Mangel, verzichtet aber auf die verbindlichen 12’000 zusätzlichen Stunden und auf den nötigen Druck, diesen Mangel tatsächlich zu beheben. Mehr Spielraum für die Stadt klingt vernünftig. In der Praxis bedeutet es vor allem: keine klare Verpflichtung, keine klare Frist, keine Garantie auf zusätzliche Plätze. Nach Jahren des Wartens reicht das nicht mehr.


Die aktuelle Dürre zeigt zusätzlich, warum wir echte Reserven brauchen. Wenn bereits voll ausgelastete Anlagen wegen Trockenheit oder Sanierungen monatelang ausfallen, gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten. Und wenn Hitze und Trockenheit zeitweise sogar Wälder als Trainings- und Bewegungsräume einschränken, werden verlässlich nutzbare Sportanlagen umso wichtiger. Bern braucht deshalb nicht irgendwann ein paar zusätzliche Kapazitäten. Bern braucht die 12’000 zusätzlichen Nutzungsstunden, die unsere Initiative verlangt.


Wir brauchen mehr Plätze und robustere Anlagen. Dazu gehören moderne Bewässerung, Wasserspeicherung, geeignete Rasensorten und bei Sanierungen ein besserer Bodenaufbau. Und ja: Wir brauchen mehr Kunstrasenplätze. Sie sind stärker belastbar, länger nutzbar und schaffen Verlässlichkeit für Vereine mit vielen Mannschaften. Ein Fussballplatz muss im August nicht perfekt grün sein. Er muss sicher und bespielbar sein.


Auch der Kanton ist gefordert. Im neuen Sportanlagenkonzept KASAK müssen Klimaresilienz und ausreichende Reservekapazitäten zwingend berücksichtigt werden. Der Sportfonds sollte entsprechende Investitionen gezielt unterstützen.


Wir fördern und fordern mehr Bewegung von Kindern und Erwachsenen. Bewegung braucht Infrastruktur. Und zwar jetzt.



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