top of page

Die stille Kraft unseres Gesundheitswesens

Nach meiner ersten Schulterverletzung mit Operation habe ich gemerkt, wie selbstverständlich wir Beweglichkeit nehmen. Plötzlich liess sich der Arm nicht mehr heben, jede Alltagsbewegung schmerzte. Die Operation war erfolgreich. Entscheidend war danach die Physiotherapie.


Über Wochen wurde mobilisiert, gekräftigt, aufgebaut. Schritt für Schritt kam die Funktion zurück. Einige Jahre später, nach einer zweiten Schulterverletzung und -operation auf der anderen Seite, führte derselbe Weg zurück in den Alltag. Und auch bei blockiertem Rücken oder Überlastungen war es oft die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut, die frühzeitig eingegriffen haben und Schlimmeres verhinderten.


Physiotherapie ist mehr als Nachbehandlung. Sie verkürzt Rehabilitationszeiten, verhindert chronische Beschwerden und hilft, Operationen zu vermeiden. Wer gezielt stabilisiert und kräftigt, entlastet nicht nur sich selbst, sondern auch das Gesundheitssystem.


Aber es fehlt an Fachkräften. Offene Stellen bleiben unbesetzt, Praxen und Spitäler kämpfen mit Engpässen. Der Bedarf steigt, weil mehr Behandlungen ambulant erfolgen und die Bevölkerung älter wird.


Ich unterstütze deshalb den Vorstoss von Grossrätin Sibylle Plüss zur Flexibilisierung und zum Ausbau der Studienplätze in der Physiotherapie im Kanton Bern.  Wer weiss, dass er mehr Fachkräfte braucht, darf die Ausbildung nicht künstlich begrenzen.


Ausländische Fachkräfte leisten hervorragende Arbeit. Aber wir müssen genügend eigene Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten ausbilden, um die Versorgung langfristig zu sichern.


Physiotherapie gehört ins Zentrum unseres Gesundheitswesens. Wer Prävention stärkt, stärkt Selbstständigkeit, Lebensqualität und Kostenbewusstsein.

Junge Frau therapiert Knie eines Patienten
Symbol-Bild, kann Spuren von KI enthalten

Kommentare


bottom of page